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CHRONIK

Auszug aus der Festschrift anlässlich des 50. Geburtstages des "ESV Lok Leinefelde e.V."

Autor: Rudolf Bartusch (†2010)

Die Vorsitzenden seit dem 08.Juni 1951:

Ludwig Rompe von 1951 - 1952
Adalbert Raabe von 1952 - 1970
Wolfgang Windolph von 1970 - 1998
Rudolf Bartusch von 1998 bis 2010
Alter Vereinswimpel
 ehemaliger Vereinswimpel


Pünktlich wie die Eisenbahn feierte der "ESV Lok Leinefelde" am 08.Juni 2001 sein 50jähriges Bestehen.

Vor genau 50 Jahren, am 08.Juni 1951, kam es zu einer Versammlung mit 54 Sportlern. Eine Sektion Kegeln sowie eine Sektion Schwimmen wurden gegründet. Als Sektionsleiter fungierten Alois Fiedler (Kegeln) und Heinrich Bergmann (Schwimmen). Die Gründung der "BSG Lok" war damit vollzogen.

Am 13.Juli 1990 wurde der Verein "ESV Lok Leinefelde" als gemeinnütziger Verein eingetragen. Der Fahrplan dieser Sportgemeinschaft sah viele Stationen vor, an denen die verschiedenen Sportarten einstiegen.

Kurz nach Gründung wurde die Sektion Schwimmen aufgelöst. Als Sektionsleiter Kegeln leitete Alois Fiedler die Geschicke sowie die Sportfreunde Klaus Bechtel und Bernhardt Göthling.

Ab 1957 sprangen Zug um Zug weitere Sportarten auf:

1957 Leichtathletik,
1959 Tischtennis,
1961 Schach,
1975 eine Freizeitgruppe,
1979 Volleyball,
1984 Fußball und Gymnastik,
1986 Wandern und Handball.

Bis auf die Leichtathleten, die 1989 mangels Masse auf`s Abstellgleis gerieten, bestanden alle Sektionen bis 1990.
Die Wende brachte eine Namensänderung mit sich. Die Betriebsportgemeinschaft (BSG) erhielt einen neuen Namen. Fortan nannten wir uns Eisenbahnersportverein (ESV).


neuer Vereinswimpel    neuer Vereinswimpel

Großartige Unterstützung bekamen wir vom "ESV Rot-Weiß Göttingen". Besonders vom damaligen Vorsitzenden, Helmut Schröder, erhielten wir gute und nützliche Hinweise über das Sportleben in der Bundesrepublik.

Unseren Verein zeichnet die Breitenarbeit aus. Zwar sank nach der Wende 1989/1990 die Mitgliederzahl von 770 auf 620, stieg aber bis Mitte 1998 wieder auf 823 an.

Die Handball-Abteilung war mit 128 Mitgliedern die größte. Die Mitwirkung der Jugendmannschaften im Spielbetrieb des Kreises Göttingen hatte ihr zu neuem Auftrieb verholfen - und zu kostenträchtigen Auswärtsfahrten für den Verein.
Leider konnte die Abteilung Handball keine größere finanzielle Unterstützung durch den Vorstand erwarten, entschloss sich einen eigenen Verein zu gründen und löste sich vom "ESV Lok" am 30.06.1998.

Am erfolgreichsten im Leistungssport war die Abteilung Tischtennis, deren 1. Herrenmannschaft 1990 die Weichen für die Verbandsliga stellte.
Nicht unerwähnt bleiben darf dabei Rudolf Bartusch, 13facher DDR-Meister im Versehrtensport sowie über 30mal Kreismeister. Die Wahl zum 1. Vorsitzenden des Vereins und zum Abteilungs- sowie Übungsleiter runden sein Engagement auf der organisatorischen Seite ab. Ein leistungswilliger und starker Nachwuchs war stets die Basis.
Zu nennen wären die DDR-Vizemeisterschaft der Schüler 1968 sowie die Tatsache, dass Gustav Große als Ex-Leinefelder den Sprung bis in die Erfurter Oberliga-Truppe schaffte.
Als Höhepunkt vor Ort holten die Tischtennis-Enthusiasten 1985 die 37. DDR-Meisterschaft nach Leinefelde, für die sie sich in den Vorjahren durch hochrangige Wettbewerbe empfahlen.
Es wurden die DDR-Senioren- und Eisenbahnmeisterschaften sowie Leistungsklassen organisiert und zuletzt die beiden Bundesligamannschaften von Steinhagen und Düsseldorf am 26.September 1990 mit den Doppelweltmeistern von 1989, Jörg Rosskopf und Steffen Fetzner, nach Leinefelde eingeladen.

Ein Ereignis, welches auch überregional Leinefelde einen festen Platz in den Chroniken einräumt, war das erste und gleichzeitig letzte Pokalspiel zweier Bundesliga-Mannschaften, welches auf DDR-Boden stattfand.

Die Abteilung Schach, die über drei Jahrzehnte eine gute Rolle im Kreis sowie auf Bezirks- und Landesebene spielte und eine gute Nachwuchsarbeit leistete, löste sich mit 48 Mitgliedern zum 30.06.1998 von unserem Verein.

Der "ESV Lok" hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten einen sehr großen Wert geschaffen. Durch unzählige geleistete Stunden der Mitglieder wurde für den Verein ein Wert von über einer halben Million Mark geschaffen. Es entstanden zwei Asphalt- und eine Scherenbahn sowie ein Vereinsraum.

Der "Tag des Eisenbahners" war immer ein jährlicher Höhepunkt. Die Sportlerinnen und Sportler hatten durch die Organisation sportlicher Veranstaltungen einen großen Anteil am Gelingen und der Gestaltung dieses Festtages.

Zwei Wandergruppen mit ihren 23 bzw. 49 Mitgliedern nehmen regelmäßig an Wanderungen teil. Natürlich werden eigene Wanderungen organisiert, die sich auf das ganze Eichsfeld und über diese Grenzen hinaus erstrecken.

Kegel,- Volleyball- und Tischtennis-Mannschaften nehmen am Punktspielbetrieb im Eichsfeldkreis und auf Verbands-und Bezirksebene teil.

Die Freizeitpalette ist voll gefüllt, denn zwei Gymnastikgruppen sowie die Pauker und Wapuza treiben regelmäßig Sport.

Im Kegeln schieben zwei Frauen-Eisenbahnerinnengruppen sowie eine Senioren- und eine Herrengruppe kein ruhige Kugel.

Diese für das Obereichsfeld ungewöhnlich große Bandbreite des Sportangebots macht den "ESV Lok" zu einem wichtigen Verein im Landkreis.

Internationale Begegnungen gehörten immer zum Repertoire, ob gegen Praha Vrsovice (CSFR), Raschkow (VR Polen) oder gegen ungarische Mannschaften. Nennenswert ist hier im Rückblick das Tischtennis-Spiel gegen den 1.FC Lindau (Niedersachsen), der damals (1961) zur Einreise noch den heute absurd erscheinenden Umweg über Eisenach in Kauf nehmen musste. Diesen Umweg mussten auch die Lok-Kegler auf sich nehmen, die nach Eschwege zum Wettkampf fuhren.

Heute steht die Partnerschaft zum "ESV Rot-Weiß Göttingen" im Mittelpunkt, welcher uns seit der Wende mit Rat und Tat zur Seite steht sowie die guten Kontakte zum "ESV 1925 Horrem e.V." (bei Köln).


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